Südkoreanische Börse GOPAX setzt Handel und Auszahlungen nach Hackerdrohung aus

Südkoreanische Börse GOPAX setzt Handel und Auszahlungen nach Hackerdrohung aus

Die südkoreanische Börse GOPAX hat am 6. November nach Erhalt einer E-Mail mit Hackerdrohung den Handel und die regulären Auszahlungen gestoppt und verlagert Kundenvermögen in Cold Storage. Das Unternehmen erklärt, es habe keinen Angriff und keinen Verlust festgestellt, und hat noch keinen Termin für die Wiederaufnahme des Normalbetriebs genannt.

6. Nov. 20262 Min. Lesezeit

Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir

Was passiert ist

Die südkoreanische Börse GOPAX hat am 6. November um 14:55 Uhr Ortszeit (5:55 Uhr UTC) die regulären Einzahlungen und Auszahlungen gestoppt und um 15:53 Uhr (6:53 Uhr UTC) den Handel ausgesetzt, wobei alle offenen Orders storniert wurden, wie aus den Mitteilungen des Unternehmens hervorgeht. Der Aussetzung ging eine E-Mail voraus, in der die Kompromittierung der Börse angedroht wurde. GOPAX teilte mit, man habe keinen tatsächlichen Angriff und keinen Versuch festgestellt, Kundenvermögen zu stehlen. Ein Unternehmensvertreter erklärte gegenüber Kyunghyang Shinmun, die Drohung sei eingegangen, es habe jedoch keinerlei Hackeraktivität gegeben.

Der Zeitpunkt der ersten Sperrung wird von den Medien unterschiedlich dargestellt. Bitcoin Magazine beruft sich auf Yonhap und schreibt, zunächst seien Einzahlungen zusammen mit Auszahlungen pausiert worden. Spätere koreanische Berichterstattung, die Bitcoin Magazine zitiert, besagt dagegen, Einzahlungen seien wieder freigegeben worden und nur Auszahlungen über Web und App seien weiterhin gesperrt. Das Unternehmen hat nicht bekannt gegeben, wann der reguläre Handel, Einzahlungen oder Auszahlungen wieder aufgenommen werden.

Cold Storage und Auszahlungen an Kunden

GOPAX gab an, alle verwahrten virtuellen Vermögenswerte in Cold Wallets zu überführen, also in Wallets, die nicht mit dem Internet verbunden sind, um das Risiko für Kundengelder durch Online-Zugriff zu verringern. Kunden können nicht direkt über die Website oder die App auszahlen. Stattdessen müssen sie einen Antrag über das Kundenservice-Center einreichen, wo jeder Antrag manuell geprüft und genehmigt wird. Die Börse warnte, dieser Prozess werde länger dauern als üblich.

Regulatorischer Hintergrund und Reservequoten

Der Schritt folgt auf Vorgaben der südkoreanischen Finanzdienstleistungskommission, die am 2. November eine Dringlichkeitssitzung mit den großen Börsen abhielt, nachdem am 29. Oktober rund 6,3 Milliarden US-Dollar aus Hot Wallets von Binance gestohlen worden waren. Nach dem Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte müssen Börsen mindestens 80 % des Kryptowerts der Kunden im Cold Storage halten. Daten des Financial Supervisory Service zeigen, dass GOPAX Ende September 80,54 % offline verwahrte, also knapp über dieser Untergrenze. Zum Vergleich: Upbit kam auf 99,17 %, Bithumb auf 94,76 % und Coinone auf 85 %. Die Behörden haben erwogen, die Mindestquote auf bis zu 99 % anzuheben, eine endgültige Entscheidung wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Frühere Vorfälle bei Konten

GOPAX hatte bereits mit separaten Problemen bei Konten zu kämpfen. Laut koreanischer Berichterstattung von Yonhap, zitiert von Bitcoin Magazine, legten ungewöhnliche Zugriffe seit Anfang September persönliche Daten von sieben Kunden und zwei aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern offen, wobei im vergangenen Monat weitere Datenabflüsse bestätigt wurden. Das Unternehmen behandelt diesen Vorfall getrennt von der Drohungs-E-Mail vom Freitag, und eine Verbindung zwischen beiden ist nicht bestätigt. GOPAX hat auf die Bitte von crypto.news um eine Stellungnahme vor Redaktionsschluss nicht reagiert.

Warum das wichtig ist

Für Trader

Kunden von GOPAX müssen mit verzögerten Abflüssen rechnen und können bis zur Wiedereröffnung der Börse nicht handeln. Positionen und Guthaben dort sind daher vorerst praktisch nicht liquide.

Für Investoren

Der Vorfall unterstreicht den regulatorischen Druck auf südkoreanische Börsen, die Cold-Storage-Quoten zu erhöhen. Das könnte die Betriebskosten steigen lassen und größere Plattformen begünstigen.

Für Entwickler

Teams, die Börsen-APIs oder Einzahlungsprozesse mit GOPAX integrieren, sollten mit manuellen Auszahlungswarteschlangen rechnen und Ausweichlösungen für längere Sperrungen einplanen.

Dieser Artikel dient nur zur Information und stellt keine Finanzberatung dar. Vollständigen Haftungsausschluss lesen.

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