Royalties
Royalties sind ein Prozentsatz jedes NFT-Weiterverkaufs, der zusätzlich zum Verkaufspreis an den ursprünglichen Urheber gezahlt wird. Sie sollen es Künstlern ermöglichen, weiter zu verdienen, wenn ihr Werk auf Sekundärmärkten den Besitzer wechselt – etwas, das sich bei physischer Kunst nur schwer einrichten lässt, in Software aber leicht auszudrücken ist.
Ein Künstler könnte zum Beispiel für eine Kollektion eine Royalty von 5 % festlegen; verkauft ein Sammler ein Stück später auf einem Marktplatz für 1 ETH weiter, werden 0,05 ETH als Teil des Verkaufs an die Adresse des Künstlers geleitet. Der Royalty-Satz wird üblicherweise im NFT-Contract oder in den Marktplatz-Einstellungen festgelegt.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Royalties von der Blockchain selbst durchgesetzt würden; in den meisten Fällen setzen Marktplätze sie durch und nicht der Token-Contract, sodass eine direkte Übertragung von Wallet zu Wallet oder ein Marktplatz, der Royalties ignoriert, die Zahlung komplett umgehen kann. Das wurde zu einer großen Branchendebatte, als manche Marktplätze Royalties optional machten, um beim Preis zu konkurrieren, und die Einnahmen der Urheber damit stark einbrachen. Manche Projekte reagieren mit Allowlists, die den Handel nur auf Plattformen erlauben, die Royalties respektieren, andere akzeptieren Royalties als soziale Norm statt als Garantie. Wer die Wirtschaftlichkeit eines Projekts beurteilt, sollte Royalties als bedingte Einnahmen behandeln und nicht als feste Einnahmequelle.