Wallet-Drainer
Ein Wallet-Drainer ist bösartiger Code, der typischerweise in eine Betrugswebsite eingebettet ist und Besucher dazu bringt, Transaktionen oder Freigaben zu signieren, die ihre Krypto-Vermögenswerte an einen Angreifer übertragen. Drainer werden als fertige Kits auf kriminellen Marktplätzen verkauft, wobei der Entwickler des Kits einen Anteil der gestohlenen Gelder erhält – das hat diesen Angriff industrialisiert und weit verbreitet gemacht.
Ein typisches Szenario: Ein Nutzer sieht einen Link zu einer angeblichen Airdrop-Claim-Seite, die oft über gehackte Social-Media-Konten echter Projekte oder über gesponserte Suchanzeigen verbreitet wird. Die Seite wirkt seriös und fordert ihn auf, seine Wallet zu verbinden und zum Einlösen zu signieren. Die Signatur ist jedoch gar kein Claim; es handelt sich um eine Token-Freigabe, eine gebündelte Überweisung oder eine Off-Chain-Order-Signatur, die den Drainer-Contract ermächtigt, Token und NFTs abzuräumen. Raffinierte Drainer prüfen zuerst die Wallet und stellen genau die Kombination von Signaturen zusammen, die den größten Wert herausholt – manchmal wird eine Wallet mit einer einzigen Bestätigung geleert.
Die Abwehr läuft auf Signatur-Hygiene hinaus: Signieren Sie niemals etwas auf einer Seite, die Sie über eine Anzeige, eine Direktnachricht oder eine Hype-Ankündigung erreicht haben, und lesen Sie, was die Wallet tatsächlich anzeigt, bevor Sie zustimmen. Moderne Wallets simulieren Transaktionen zunehmend und warnen vor Drainer-Mustern, was hilft, aber nicht lückenlos schützt. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass allein das Verbinden einer Wallet mit einer Website sie leeren könne; die Verbindung gibt lediglich Ihre Adresse preis, und Verluste setzen voraus, dass Sie etwas signieren.