Orphan Block (verwaister Block)
Ein Orphan Block (verwaister Block) ist ein gültiger Block, der geschürft wurde und kurzzeitig Teil einer Blockchain war, am Ende aber aus der endgültigen Kette ausgeschlossen wurde – meist weil zwei Miner nahezu gleichzeitig konkurrierende Blöcke gefunden haben. Dann spaltet sich das Netzwerk vorübergehend: Manche Nodes bauen auf dem einen Block auf, manche auf dem anderen; der Zweig, der zuerst verlängert wird, gewinnt, und der unterlegene Block wird samt der Belohnung seines Miners aufgegeben.
Lösen zum Beispiel Miner in Asien und Nordamerika im Abstand weniger Sekunden jeweils einen Bitcoin-Block, breiten sich beide Blöcke über unterschiedliche Teile des Netzwerks aus. Nodes akzeptieren, was sie zuerst sehen, doch sobald der nächste Block eintrifft und einen der beiden verlängert, einigen sich alle Nodes auf die längere Kette. Die Transaktionen im verworfenen Block gehen nicht verloren – jene, die nicht bereits im siegreichen Zweig enthalten sind, kehren einfach in den Mempool zurück und werden in einem späteren Block bestätigt.
Streng genommen nennen Bitcoin-Entwickler diese Blöcke „Stale Blocks“ und reservieren „Orphan“ für Blöcke, deren Vorgängerblock unbekannt ist, doch im Alltagsgebrauch bezeichnet „Orphan Block“ den verworfenen Konkurrenten. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Orphan Blocks auf einen Angriff oder eine Fehlfunktion hindeuten; sie sind ein normales, gelegentliches Nebenprodukt der Netzwerk-Latenz in jedem Proof-of-Work-System. Ihre Existenz ist der Grund, warum Börsen und Händler auf mehrere Bestätigungen warten – jeder zusätzliche Block macht es exponentiell unwahrscheinlicher, dass eine Transaktion auf einem Zweig liegt, der aufgegeben wird.