Glossar
Mining und Konsens

Validator-Set

Ein Validator-Set ist die Gruppe von Validatoren, die aktuell berechtigt sind, in einer Proof-of-Stake- oder BFT-artigen Blockchain Blöcke vorzuschlagen und über deren Gültigkeit abzustimmen. Das Protokoll hält genau fest, wer zu dieser Gruppe gehört und wie viel Stimmgewicht jedes Mitglied hat, denn Konsensregeln – etwa dass zwei Drittel des Stimmgewichts nötig sind, um einen Block zu finalisieren – sind relativ zu ihr definiert.

Wie das Set gebildet wird, unterscheidet sich je nach Chain. Das Validator-Set von Ethereum ist offen: Wer 32 ETH einzahlt, tritt bei, nachdem er eine Eintrittswarteschlange durchlaufen hat, und Mitte der 2020er-Jahre war das Set auf rund eine Million Validator-Plätze angewachsen. Cosmos Hub begrenzt sein aktives Set dagegen auf eine feste Zahl von Validatoren (in den vergangenen Jahren 180), gereiht nach delegiertem Stake – ein Validator, der unter die Schwelle fällt, scheidet aus dem Set aus und verdient keine Belohnungen mehr. Änderungen der Mitgliedschaft werden an festgelegten Grenzen verarbeitet, oft pro Epoche, sodass Ein- und Austritt nicht sofort erfolgen.

Größe und Zusammensetzung eines Validator-Sets sind eine zentrale Kennzahl der Dezentralisierung: Ein kleines Set oder ein Set mit konzentriertem Stake bedeutet, dass weniger Parteien sich absprechen könnten, um Transaktionen zu zensieren oder die Chain anzuhalten, da die Kontrolle über ein Drittel des Stimmgewichts die Finalität blockieren kann. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass mehr Validatoren automatisch mehr Dezentralisierung bedeuten; entscheidend ist, wie Stake und Kontrolle verteilt sind – tausend Validatoren, die von einer Handvoll Betreibern geführt oder in einer einzigen Cloud-Region gehostet werden, konzentrieren das Risiko trotz der großen Zahl.

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