Polygon-Vorschlag sieht Hard Fork zur Rückführung von 70,49 Mio. POL vor, die mit Binance- und Polymarket-Hacks in Verbindung stehen
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Polygon-Vorschlag sieht Hard Fork zur Rückführung von 70,49 Mio. POL vor, die mit Binance- und Polymarket-Hacks in Verbindung stehen

Ein Mitglied des Validator-Support-Teams von Polygon Labs hat einen koordinierten Hard Fork vorgeschlagen, um rund 70,49 Millionen POL im Wert von etwa 6,5 Millionen US-Dollar an Wallets zurückzuführen, die von Binance und Polymarket kontrolliert werden. Die Änderung würde die Guthaben von fünf gesperrten Adressen verschieben, ohne den Gesamtbestand an POL zu verändern, und soll am 5. November in einem Governance-Call besprochen werden.

5. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir

Was der Vorschlag bewirken würde

Ein Mitglied des Validator-Support-Teams von Polygon Labs, das als Parvez03 identifiziert wurde, hat am 4. November eine Polygon Improvement Proposal veröffentlicht, in der ein koordinierter Hard Fork des Polygon-Proof-of-Stake-Mainnets vorgeschlagen wird. Die Änderung würde POL von fünf gesperrten Adressen entfernen und dieselben Beträge auf Recovery-Wallets gutschreiben, die von Binance und Polymarket verifiziert wurden. Der Autor erklärte, dass kein neues POL geschaffen werde und der Gesamtbestand unverändert bleibe. Die Überweisungen würden zudem bei einem vorab festgelegten Block ausgeführt, bevor andere Transaktionen in diesem Block verarbeitet werden.

Der Vorschlag betrifft rund 23,86 Millionen POL, die auf vier Adressen liegen, die mit dem Polymarket-Vorfall in Verbindung stehen, sowie 46,63 Millionen POL auf einer einzelnen Adresse, die mit Binance verknüpft ist. Der Autor bewertet den Gesamtbetrag mit rund 6,5 Millionen US-Dollar auf Basis des POL-Preises vom 29. Oktober von 0,0924 US-Dollar. Das Dokument beschreibt die Intervention als "extreme Maßnahme, die nicht häufig wiederholt werden sollte".

Hintergrund zu den beiden Vorfällen

Der Vorschlag folgt auf zwei getrennte Sicherheitsvorfälle, die am 29. und 30. Oktober gemeldet wurden. Im Fall Polymarket wurde ein Drittanbieter kompromittiert, und die Prognosemarkt-Plattform schränkte den Handel vorübergehend ein, bevor sie ihre internationale Plattform wiederherstellte und erklärte, betroffene Nutzer würden entschädigt. An diesem Vorfall waren etwa 28 Millionen POL beteiligt, der Vorschlag betrifft jedoch nur die Guthaben in vier gesperrten Wallets.

Binance meldete unautorisierte Abhebungen über mehrere Blockchains hinweg. Laut dem Vorschlag sendete ein Binance-Hot-Wallet rund 46,63 Millionen POL und 6,19 Millionen USDT an eine Adresse, die vom Angreifer kontrolliert wird. Tether fror anschließend das USDT ein. Binance stufte den Vorfall so ein, dass insgesamt Vermögenswerte im Wert von etwa 6,3 Milliarden US-Dollar betroffen sind. Die Wiederherstellung auf Polygon betrifft jedoch nur die nativen POL-Guthaben, die on-chain identifiziert wurden.

Aktuelle Einschränkungen und offene Fragen

Alle vier Block-Producer von Polygon haben die identifizierten Adressen zu ihren Transaktions-Blocklisten hinzugefügt, wodurch Überweisungen verhindert wurden. Der Vorschlag warnt, dass diese Einschränkungen die Vermögenswerte nicht an ihre Eigentümer zurückbringen können, da der Angreifer weiterhin die privaten Schlüssel kontrolliert. Jeder Block-Producer liest seine Sperrliste derzeit beim Start der Software ein, sodass jede Aktualisierung Neustarts oder andere betriebliche Änderungen erfordert. Der Vorschlag führt diese Einschränkung als Teil der Begründung für eine Lösung auf Protokollebene an.

Der Vorschlag behauptet außerdem weitere Aktivitäten des Angreifers. Demnach habe der Angreifer am 30. Oktober einen weiteren Transaktionsversuch unternommen, bei dem eine Gebühr von rund 219.450 POL angeboten worden sei, und er habe Validatoren kontaktiert und Barzahlungen angeboten, um beim Verschieben der Gelder zu helfen. Diese Behauptungen stammen aus dem Vorschlag selbst und wurden im Quellmaterial nicht unabhängig verifiziert. Polygon hat den Vorschlag noch nicht angenommen. Er ist für die Diskussion im Polygon Protocol Governance Call am 5. November vorgesehen, bevor eine Entscheidung über die Umsetzung fällt.

Die Berichterstattung zu den Zahlen weicht leicht voneinander ab. The Defiant beziffert die Rückführung mit 70,49 Millionen POL, während Crypto.news dieselbe Summe nennt und einen Dollarwert von etwa 6,5 Millionen US-Dollar angibt, was mit dem POL-Preis vom 29. Oktober im Vorschlag übereinstimmt. Beide Medien führen den Binance-Abfluss auf dieselbe Adresse mit 46,63 Millionen POL zurück, und das mit Polymarket verbundene Guthaben von 23,86 Millionen POL stimmt in den Berichten überein. Die Differenz zwischen den rund 28 Millionen POL, die am Polymarket-Vorfall beteiligt waren, und den 23,86 Millionen POL, die von der Rückführung abgedeckt werden, ergibt sich aus dem Umfang des Vorschlags und nicht aus unterschiedlichen Angaben zu den Zahlen.

Warum es wichtig ist

Für Trader

Eine Entscheidung zur Rückabwicklung der Überweisungen würde rund 70,49 Millionen POL bewegen. Trader mit Engagement in POL-Liquidität sollten daher den Governance-Call am 5. November verfolgen, um das Ergebnis zu erfahren.

Für Investoren

Eine Rückabwicklung gestohlener Gelder auf Protokollebene würde einen Präzedenzfall schaffen, wie Polygon mit Versagen bei der Verwahrung umgeht. Dies betrifft langfristig die Dezentralisierung des Netzwerks und die Glaubwürdigkeit der Governance.

Für Entwickler

Entwickler auf Polygon sollten beachten, dass die Sperrlisten der Block-Producer beim Start eingelesen werden. Ein Hard Fork würde zudem Annahmen zur Finalität und zur Reihenfolge von Transaktionen verändern, auf die ihre Anwendungen angewiesen sind.

Dieser Artikel dient nur zur Information und stellt keine Finanzberatung dar. Vollständigen Haftungsausschluss lesen.

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