
Whitehat-Entwickler gibt rund 2 Mio. USD in ETH aus HongCoin-ICO-Vertrag von 2016 frei
Der Sicherheitsforscher 0xFlorent hat rund 1.003,62 ETH im Wert von etwa 2 Mio. USD zurückgeholt, die seit 2016 im HongCoin-ICO-Vertrag gesperrt waren, und an 48 ursprüngliche Investoren zurückgegeben. Es ist die zweite Rückholung, die er innerhalb von acht Tagen öffentlich gemacht hat, doch externe Experten warnen, dass solche Fälle kaum zur Routine werden dürften.
Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir
Was passiert ist
Ein Whitehat-Entwickler namens 0xFlorent hat rund 1.003,62 ETH im Wert von etwa 2 Mio. USD zurückgeholt, die seit 2016 im Initial-Coin-Offering-Vertrag von HongCoin auf Ethereum gesperrt waren. Laut seinen Beiträgen auf X wurden die Mittel an 48 ursprüngliche Investoren zurückgegeben, und das HongCoin-Team führte 41 Entsperrungstransaktionen durch. CoinDesk beschreibt es als die zweite solche Rückholung, die er innerhalb von acht Tagen öffentlich gemacht hat.
Der Vertrag von HongCoin war so angelegt, dass Investoren zurückerstattet werden, nachdem das Projekt sein Finanzierungsziel verfehlt hatte. Ein Fehler in der Rückerstattungslogik ließ die ETH jedoch neun Jahre lang feststecken. Decrypt berichtet, der Mangel sei ein Integer-Overflow gewesen, derselbe Schwachstellentyp, den CoinDesk nennt, und der Vertrag habe zur Bestimmung der rückerstattungsberechtigten Inhaber einen falschen Wert verwendet.
Technischer Mechanismus
0xFlorent fand einen Umweg, mit dem der alte Vertrag die gesperrten Investoren erkennen und ihre Rückerstattungen freigeben konnte. Als On-Chain-Nachweis verwies er auf Etherscan-Einträge sowohl für den Vertrag als auch für die entsperrten Wallets. Der Ansatz stützte sich auf die eigene Logik des Vertrags und nicht auf einen externen Eingriff, weshalb die Mittel überhaupt bewegt werden konnten.
Expertenvorbehalt zur Verallgemeinerbarkeit
Andy Yajin Zhou, außerordentlicher Professor an der Chinese University of Hong Kong und Mitbegründer von BlockSec, sagte gegenüber Decrypt, Rückholungen dieser Art blieben ungewöhnlich und sollten nicht als Beleg dafür gelten, dass große Summen verlorener ETH routinemäßig zurückgeholt werden können. Der Ausgang hänge von einer bestimmten Schwachstelle ab, die eine sichere Extraktion erlaubt habe, und bei alten Verträgen könne nicht allgemein davon ausgegangen werden, dass solche Fehler vorhanden seien. Zhou wies außerdem darauf hin, dass Mittel wegen verlorener Schlüssel oder unumkehrbarer Vertragslogik dauerhaft unzugänglich bleiben können, und dass es keine verlässliche Schätzung dafür gibt, wie viel ETH in alten Verträgen dauerhaft gebunden ist.
Dominick John, Analyst bei Zeus Research, äußerte sich optimistischer. Gegenüber Decrypt sagte er, der Fall zeige, dass manche als verloren abgeschriebene Mittel doch noch erreichbar sein können und Smart Contracts nicht immer Sackgassen seien. Bessere Sicherheitsforschung und Werkzeuge könnten mehr ruhende Werte freisetzen und zugleich Designgrenzen früherer Verträge offenlegen.
Breiterer Sicherheitskontext
Die Rückholung fällt in eine Phase hoher Verluste durch Exploits in der dezentralen Finanzwelt. Laut Decrypt gingen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 mehr als 840 Mio. USD durch Angriffe verloren, allein im April über 600 Mio. USD. Der Gegensatz verdeutlicht, dass dieselbe Klasse von Schwächen bei Smart Contracts, die Mittel einschließen können, auch von Angreifern ausgenutzt wird, und dass das Eingreifen des Whitehats in diesem Fall auf der Abwesenheit böswilliger Absicht beruhte.
Warum es wichtig ist
Für Trader
Die Rückholung betrifft nur einen kleinen, älteren ETH-Bestand. Der kurzfristige Kurseinfluss ist daher vernachlässigbar und dürfte Positionen, die in den nächsten Tagen eröffnet werden, kaum bewegen.
Für Investoren
Der Fall unterstreicht, dass das Risiko alter Verträge auf Ethereum real ist. Experten beschreiben solche Rückholungen jedoch als Ausnahmen und nicht als verlässliche Quelle wiederbringbarer Werte.
Für Entwickler
Verträge mit Rückerstattungs- oder Entsperrlogik sollten auf Integer-Overflow und zustandsabhängige Fehlerfälle geprüft werden, da schlafende Fehler über Jahre bestehen bleiben können.
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