Glossar
DeFi

Composability (Komponierbarkeit)

Composability (Komponierbarkeit) ist die Eigenschaft, dass sich DeFi-Protokolle wie Bausteine ineinanderstecken lassen, sodass Entwickler bestehende Contracts ohne Erlaubnis zu neuen Produkten kombinieren können. Da Smart Contracts auf derselben Chain offen sind und von jedem aufgerufen werden können, kann die Ausgabe eines Protokolls – ein Token, eine Pool-Position, ein Kredit – zur Eingabe eines anderen werden. Die Idee wird oft mit „Money Legos“ zusammengefasst.

Ein konkretes Beispiel: Ein Nutzer zahlt ETH bei Lido ein und erhält stETH, einen Liquid-Staking-Token. Er zahlt dieses stETH bei Aave als Sicherheit ein und leiht sich dagegen USDC, stellt die USDC dann einem Curve-Pool bereit und stakt den daraus entstehenden LP-Token in einer Yield Farm. Vier unabhängige Protokolle, von denen sich keines mit den anderen abgestimmt hat, wurden zu einer einzigen, mehrschichtigen Strategie zusammengesetzt – und ein Entwickler könnte diese gesamte Abfolge in einen einzigen Contract packen, den andere nutzen können.

Composability ist ein echter Innovationsmotor: Flash Loans, Yield-Aggregatoren und strukturierte Produkte gibt es nur, weil Contracts einander frei aufrufen können. Sie verkettet aber auch Risiken – ein Ausfall in einem zugrunde liegenden Protokoll setzt sich auf alles fort, was darauf aufbaut, eine Dynamik, die mitunter DeFis Ansteckungsproblem genannt wird. Ein verbreiteter Irrtum ist, Composability sei unbegrenzt; nahtlos funktioniert sie nur innerhalb einer einzelnen Chain, und das Komponieren über Chains hinweg erfordert Bridges, die zusätzliche Vertrauensannahmen mit sich bringen und historisch eine Hauptquelle von Hacks waren.

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