Flash Loan
Ein Flash Loan ist ein unbesicherter Kredit, der innerhalb einer einzigen Blockchain-Transaktion aufgenommen und vollständig zurückgezahlt werden muss – scheitert die Rückzahlung, wird die gesamte Transaktion rückgängig gemacht, als hätte es den Kredit nie gegeben. Möglich ist das nur, weil Blockchains Transaktionen atomar ausführen: Alle Schritte gelingen gemeinsam oder keiner, sodass der Kreditgeber unabhängig von der Höhe des geliehenen Betrags kein Kreditrisiko trägt.
Ein konkretes Beispiel: Ein Trader entdeckt, dass ETH an einer dezentralen Börse etwas günstiger notiert als an einer anderen. In einer Transaktion leiht er sich per Flash Loan eine Million USDC von Aave, kauft ETH am günstigeren Handelsplatz, verkauft es am teureren, zahlt den Kredit plus eine kleine Gebühr zurück und steckt die Differenz ein – ganz ohne eigenes Kapital einzusetzen. Zu den legitimen Anwendungen zählen Arbitrage, die Umschuldung zwischen Lending-Protokollen und der Austausch der Sicherheiten hinter einem Kredit.
Flash Loans sind berüchtigt, weil Angreifer sie nutzen, um vorübergehend enormes Kapital einzusetzen – etwa um ein wenig gehandeltes Preisorakel zu manipulieren und ein Protokoll auszuplündern, das ihm vertraut hat. Ein verbreiteter Irrtum ist, Flash Loans seien selbst die Schwachstelle; sie sind ein neutrales Werkzeug, das lediglich die Kapitalhürde beseitigt und Designfehler offenlegt, die ein wohlhabender Angreifer ohnehin hätte ausnutzen können. Protokolle verteidigen sich dagegen mit robusten, manipulationsresistenten Orakeln statt mit einem Verbot von Flash Loans.