
Buterin schlägt optionsbasierte Synthetics vor, um DeFi-Liquidationen zu ersetzen
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat am 1. Juni ein Design für optionsbasierte synthetische Assets vorgeschlagen, das den auslösenden Mechanismus für erzwungene Liquidationen im DeFi-Lending entfernen würde. Die Idee befindet sich im Forschungsstadium und wurde einen Tag vor einem Flash Crash am 2. Juni vorgestellt, bei dem innerhalb einer Stunde rund 394 Millionen US-Dollar an gehebelten Positionen liquidiert wurden.
Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir
Der Vorschlag
Vitalik Buterin hat in einem Beitrag vom 1. Juni im Ethereum Research Forum vorgeschlagen, synthetische, indexnachbildende Assets auf Basis von Optionen aufzubauen, wobei besicherte Kredite aus dem Grunddesign entfernt werden. In einer Variante werden 1 ETH in zwei gepaarte Optionsassets aufgeteilt, die sich stets wieder zu 1 ETH summieren. Diese Struktur soll verhindern, dass es bei Kursrückgängen zu Zwangsschließungen kommt. Bei dem Beitrag handelt es sich um ein Designkonzept, nicht um einen Protokollstart, eine Zusage in der Ethereum-Roadmap oder einen Ersatz für Aave, Maker oder bestehende Stablecoins.
Wie Liquidationen heute funktionieren
In den meisten DeFi-Lending-Systemen hinterlegt ein Kreditnehmer Sicherheiten, leiht sich Mittel dagegen und muss die Position oberhalb eines vorgegebenen Sicherheitsniveaus halten. Aave drückt dieses Niveau als Health Factor aus; liegt er unter 1, kann ein Liquidator die Schulden begleichen und die Sicherheiten zuzüglich eines Bonus erhalten. Das schützt die Solvenz der Kreditgeber, macht den Ausstiegszeitpunkt des Kreditnehmers aber zu einer Funktion der Protokollregel statt seiner eigenen Entscheidung. Zugleich erhalten konkurrierende Liquidatoren einen klaren, öffentlichen Auslöser, auf den sie reagieren können.
Belege für Liquidationsstress
Das Risiko ist nicht hypothetisch. Der Kursrückgang von Bitcoin unter 68.000 US-Dollar am 2. Juni löste laut CryptoSlate innerhalb einer Stunde Liquidationen in Höhe von rund 394 Millionen US-Dollar aus, darunter etwa 87 Millionen US-Dollar an ETH-Positionen. Ein Arbeitspapier der OECD fand einen positiven Zusammenhang zwischen Liquidationsaktivität und der Volatilität der Preise nach den Liquidationen in großen dezentralen Börsenpools. Zudem merkte es an, dass Liquidatoren auf dieselbe Liquidität angewiesen sind, die in Stressphasen knapp wird. CryptoSlate hat außerdem über einen Oracle-Streit im Zusammenhang mit Chainlink aus dem Jahr 2025 berichtet, der zu Liquidationen bei Euler Finance im Umfang von mehr als 500.000 US-Dollar führte, sowie über einen Kursrückgang von ETH im Jahr 2025, durch den knapp 320 Millionen US-Dollar an Krediten auf Ethereum-Basis auf weniger als 20 % vom Liquidationsniveau entfernt waren.
Der Zielkonflikt
Der Vorschlag ersetzt einen harten Auslöser durch ein weicheres Risiko: Die Risikoposition kann sich vom Zielwert entfernen, sofern die Position nicht neu ausbalanciert wird. Das verringert plötzliche Zwangsverkäufe, verlagert das Risiko aber auf die laufende Pflege durch den Nutzer. Die Quellen beziffern nicht, wie groß diese Abweichung unter Stressbedingungen wäre, und das Design ist im Produktivbetrieb noch nicht erprobt. Die Quellen setzen zudem unterschiedliche Schwerpunkte: The Defiant stellt den Vorschlag vor allem als Weg dar, erzwungene Liquidationen abzuschaffen und sich stattdessen auf langsamere Oracles nach dem Muster von Prognosemärkten zu stützen. CryptoSlate hingegen beschreibt dieselbe Idee als Infragestellung der Liquidation als zentralem Überlebensmechanismus von DeFi und betont die Kosten durch die Abweichung. Beide Quellen stimmen darin überein, dass sich der Vorschlag im Forschungsstadium befindet.
Warum das wichtig ist
Für Trader
Gehebelte ETH-Positionen bleiben Liquidationskaskaden wie jener vom 2. Juni ausgesetzt. Deshalb ist es relevanter, die Health Factors nahe wichtiger Kursmarken zu überwachen, als diesen Forschungsvorschlag zu verfolgen.
Für Investoren
Sollten sich optionsbasierte Synthetics weiterentwickeln, könnten sie verändern, wie Sicherheitenrisiken im DeFi-Lending bepreist werden. Dieser Weg ist jedoch lang und ungewiss.
Für Entwickler
Lending-Protokolle sollten abwägen, wie ein Design ohne Liquidationen mit Abweichungen, Rebalancing und Oracle-Abhängigkeit umgehen würde, bevor sie eine liquidationsfreie Alternative in Betracht ziehen.
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