Britische Cyberbehörde warnt: KI-gestützte Ransomware dürfte bis 2028 kritische Infrastruktur treffen

Britische Cyberbehörde warnt: KI-gestützte Ransomware dürfte bis 2028 kritische Infrastruktur treffen

Das britische National Cyber Security Centre erklärte am Dienstag, es sei sehr wahrscheinlich, dass KI-gestützte Malware bis 2028 bei einem Ransomware-Angriff auf die kritische nationale Infrastruktur eine Rolle spielen wird. Die Warnung erfolgte im Rahmen des jährlichen Berichts „State of the Cyber Nation“ und zusammen mit neuen Fördermitteln der Regierung für die nationale Cyberabwehr.

3. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir

Die Prognose des NCSC

Das National Cyber Security Centre (NCSC) des Vereinigten Königreichs hält es für "sehr wahrscheinlich", dass KI-gestützte Malware vor 2028 bei einem Ransomware-Angriff auf die kritische nationale Infrastruktur des Landes eine Rolle spielen wird. Die Prognose wurde im jährlichen Bericht „State of the Cyber Nation“ der Behörde veröffentlicht, den NCSC-Chef Richard Horne in einer Rede vorstellte. Das NCSC ist Teil von GCHQ, dem britischen Nachrichtendienst für elektronische Aufklärung.

Im Bericht heißt es, dass der Einsatz von KI durch feindliche Akteure in den kommenden zwei Jahren "sehr wahrscheinlich" den Umfang und die Effizienz ihrer Operationen steigern wird. Genannt werden Ransomware, Social Engineering und die Ausnutzung von Software-Schwachstellen. Welche Form die KI-gestützte Malware annehmen könnte, wird nicht näher beschrieben.

Eine bekannte Bedrohung, verstärkt

Horne sagte, KI erfinde keine neuen Angriffsmethoden. In seinem vorbereiteten Redemanuskript argumentierte er, dass seit langem bestehende Schwachstellen nun "in einem Ausmaß entdeckt und ausgenutzt werden, das einst unvorstellbar war". Er führte das Problem auf jahrelange Unterinvestitionen zurück und sagte, das Land habe Technologie "jahrzehntelang" nur "auf Sparflamme" betrieben.

Er forderte Organisationen auf, angemessen in ihre Technologie zu investieren, Systeme nicht unnötig mit dem Internet zu verbinden und die Cyber-Essentials-Zertifizierung als Mindeststandard statt als Endziel zu betrachten. Bei seiner Warnung zur Verantwortung der Führungsebene unterscheiden sich die Quellen leicht im Tonfall: Decrypt zitiert ihn mit den Worten, Führungskräfte, die nicht handelten, müssten Investoren, Mitarbeitern und Kunden erklären, warum "kein Essen mehr in den Regalen liegt und die Lichter nicht brennen". Der Beitrag von Crypto Briefing beschreibt die Einschätzung allgemeiner als Hinweis auf eine verstärkte Anfälligkeit bestehender Lücken.

Bedrohungsakteure und Ausmaß

Das NCSC nennt vor allem feindliche Staaten, wobei China als größte Sorge gilt. Laut Bericht besteht eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass China KI gegen die kritische nationale Infrastruktur des Vereinigten Königreichs einsetzen wird, und die Behörde erwartet, dass staatliche Akteure den Einsatz von KI für Cyberoperationen beschleunigen. Der Bericht verweist außerdem auf kriminelle Banden.

Die operativen Zahlen der Behörde beziehen sich auf das Jahr bis zum 31. August 2026. Sie erhielt 1.831 Meldungen über Cyberangriffe, unterstützte 337 Vorfälle und stufte 80 als national bedeutsam ein. Die Behörde schätzt, dass malicious cyber activity britische Organisationen jährlich 14,7 Milliarden Pfund kostet.

Belege für den Einsatz von KI durch Angreifer

Die Prognose folgt auf berichtete Fälle, in denen KI bei realen Angriffen eingesetzt wurde, wobei die Quellen die Belege unterschiedlich gewichten. Decrypt verweist auf die Threat Intelligence Group von Google, die im Mai erklärte, Cyberkriminelle hätten ein KI-Modell genutzt, um eine bislang unbekannte Schwachstelle zu finden und auszunutzen, die die Zwei-Faktor-Authentifizierung in einem verbreiteten Open-Source-Verwaltungstool umging. Google bezeichnete dies als ersten bestätigten Fall einer KI-gestützten Zero-Day-Entwicklung in freier Wildbahn. Eine im selben Monat veröffentlichte Studie der Universität Cambridge, die mehr als 90.000 Threads aus Cybercrime-Foren auswertete, ergab, dass Kriminelle KI überwiegend für Spam und Phishing nutzen und nicht für anspruchsvolle Angriffe. Die beiden Befunde weisen in Bezug auf den heutigen Stand KI-gestützter Kriminalität in unterschiedliche Richtungen.

Reaktion der Regierung mit Fördermitteln

Die Warnungen wurden mit Ankündigungen zu Fördermitteln verbunden. Das Paket umfasst 60 Millionen Pfund (rund 80 Millionen US-Dollar) für die erste Phase eines nationalen Cyber Shield sowie 70 Millionen Pfund (rund 93 Millionen US-Dollar) für ein neues National Exposure and Real-Time Vulnerability Centre, das Schwachstellen in der kritischen Infrastruktur identifizieren soll. Geplant ist außerdem ein neues AI Cyber Security Centre of Excellence in Manchester, das vom NCSC betrieben wird.

Die Ankündigungen folgen früheren offiziellen Warnungen zur KI. Im Juli schrieb Außenministerin Yvette Cooper, Regierungen müssten sich auf KI-Schutzmaßnahmen einigen, bevor Frontier-Systeme Kriegsführung, Kriminalität und Gesellschaft verändern, und fügte hinzu: "Wir können es uns nicht leisten, auf ein KI-Äquivalent von Hiroshima zu warten, bevor wir handeln."

Warum das wichtig ist

Für Trader

Die Prognose ist eine politische und sicherheitspolitische Einschätzung ohne direkten Kursauslöser und dürfte die Krypto-Märkte innerhalb der nächsten 24 bis 72 Stunden kaum bewegen.

Für Investoren

Dauerhafte staatliche Fördermittel für nationale Cyberabwehr und KI-Sicherheit deuten auf steigende Ausgaben für Compliance und Infrastruktur hin, die die Branche über mehrere Jahre prägen könnten.

Für Entwickler

Entwickler von Wallets, Börsen und Infrastruktur sollten mit strengerer Prüfung internetexponierter Systeme und KI-gestützter Schwachstellenerkennung in kritischen Diensten rechnen.

Dieser Artikel dient nur zur Information und stellt keine Finanzberatung dar. Vollständigen Haftungsausschluss lesen.

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