Whitepaper
Ein Whitepaper ist ein Dokument, das ein Krypto-Projekt veröffentlicht, um zu erklären, was es baut, wie die Technologie funktioniert und warum sie wichtig ist – der technische und konzeptionelle Gründungsentwurf. Die Tradition begann mit Bitcoin: Das neunseitige Papier von Satoshi Nakamoto, „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, veröffentlicht im Oktober 2008, beschrieb das gesamte System, bevor auch nur eine Codezeile des Netzwerks öffentlich lief.
Ein gutes Whitepaper behandelt typischerweise das zu lösende Problem, das technische Design, die Rolle und Verteilung des Tokens (Tokenomics) und die Roadmap des Teams. Das Whitepaper von Ethereum legte zum Beispiel die Idee einer Blockchain mit eingebauter Programmiersprache für Smart Contracts dar, und die 2015 gestartete Plattform folgte diesem Design. Das Whitepaper eines Projekts zu lesen ist ein Standardschritt der Recherche: Es zeigt, ob der Token tatsächlich eine Funktion hat oder bloß an vage Versprechen geknüpft ist.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein ausgefeiltes Whitepaper ein seriöses Projekt belege; jeder kann ein beeindruckend aussehendes Dokument veröffentlichen, abgeschrieben oder von Ghostwritern verfasst, und viele gescheiterte oder betrügerische Projekte hatten aufwendige Whitepaper, besonders während des ICO-Booms 2017. Betrachten Sie ein Whitepaper als eine Behauptung, die zu überprüfen ist – prüfen Sie, ob die beschriebene Technologie tatsächlich ausgeliefert wurde, ob die Token-Verteilung Insider begünstigt und ob das Team identifizierbar ist. Einige reife Projekte haben Whitepaper durch lebende technische Dokumentation ersetzt, doch das Gründungsdokument bleibt der konventionelle Ausgangspunkt.