
Stellar-Upgrade Bell ist im Testnet live – Mainnet-Abstimmung am 23. November
Stellars Protocol-30-Upgrade mit dem Codenamen Bell wurde im Testnet aktiviert und bringt Muxed Contract Addresses, die Verifizierung von Post-Quantum-Signaturen nach ML-DSA sowie Änderungen bei der Erfassung der Ledger-Abschlusszeit. Validatoren stimmen am 23. November über die Aktivierung von Bell im Mainnet ab; Wallets und Indexer müssen ihre Software aktualisieren, um das neue Adressformat zu unterstützen.
Verfasst von der KI-Redaktion von CoinArticle · auf Basis von 2 angegebenen Quellen. So arbeiten wir
Was sich im Testnet geändert hat
Stellar hat sein Protocol-30-Upgrade mit dem Codenamen Bell im Testnet aktiviert, wie aus einer Ankündigung der Stellar Development Foundation vom 4. November hervorgeht. Die Validatoren sollen am 23. November um 17:00 UTC über die Aktivierung von Bell im Mainnet abstimmen, wobei die Aktivierung von dieser Zustimmung abhängt. Die Aktivierung im Testnet folgte auf eine Abstimmung der Validatoren am 3. November zur selben Uhrzeit.
Bell bündelt drei Protokolländerungen, die in CAP-84, CAP-87 und CAP-88 spezifiziert sind. Sie betreffen, wie Smart Contracts Kundenadressen verarbeiten, wie kryptografische Signaturen verifiziert werden und wie das Ledger Abschlusszeiten erfasst. Die Foundation erklärte in einer Ankündigung vom 20. Oktober, das Upgrade solle Unternehmen helfen, Kundengelder über Smart Accounts zu verwalten, und das Netzwerk auf quantenresistente Sicherheit und schnellere Transaktionsverarbeitung vorbereiten.
Muxed Contract Addresses für Verwahrer
CAP-84 erweitert eine Funktion, die Stellar bereits für Standardkonten bietet. Muxed Accounts ermöglichen es Börsen und Verwahrern, Einzahlungen vieler Kunden auf einem Konto entgegenzunehmen, wobei jeder Nutzer über eine eigene ID identifiziert wird. Smart Accounts, die programmierbare Verträge zur Steuerung von Ausgabeberechtigungen nutzen, verfügten über diese Funktion bisher nicht. Unternehmen mussten daher in der Regel für jeden Kunden einen eigenen Vertrag bereitstellen, um Guthaben getrennt zu halten.
Nach CAP-84 kann eine Contract-Adresse einen 64-Bit-Identifikator tragen, der den vorgesehenen Kunden kennzeichnet. Die Mittel gelangen zum zugrunde liegenden Vertrag, während der Identifikator im Transferereignis erfasst wird. Diese Adressen beginnen mit dem Buchstaben W und unterscheiden sich damit von den mit M beginnenden Muxed-Account-Adressen. Laut Stellar können Börsen, Zahlungsdienstleister und Verwahrer so Einzahlungen abwickeln, ohne für potenziell Millionen von Nutzern einzelne Verträge bereitstellen zu müssen. Wallet-Anbieter und andere Anwendungen, die Stellar-Adressen verarbeiten, müssen das neue Format unterstützen.
Post-Quantum-Signaturen und ihre Grenzen
CAP-87 ergänzt die Verifizierung von ML-DSA-Signaturen in der Smart-Contract-Umgebung Soroban. ML-DSA ist ein Post-Quantum-Signaturalgorithmus, den das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology 2024 standardisiert hat. Die derzeitigen Signaturverfahren von Stellar, Ed25519, secp256k1 und secp256r1, könnten künftig durch Quantencomputer angreifbar werden. Mit Bell können Entwickler Smart Accounts bauen, die vor der Autorisierung einer Transaktion ML-DSA-Signaturen verlangen, sodass Wallets und Verwahrer quantenresistente Ausgabekontrollen einrichten können.
Die Foundation erklärte, die Verifizierung laufe über Stellar Core, da ML-DSA-Prüfungen deutlich mehr Rechenressourcen erfordern als herkömmliche Signaturen. Protocol 30 unterstützt drei ML-DSA-Verifizierungsfunktionen, eine für jede Sicherheitsstufe des Algorithmus. Die Foundation bezeichnet dies als erste onchain-Komponente ihres Quantum Preparedness Plan. Transaktionssignaturen auf Netzwerkebene werden bis zu einem künftigen Protokoll-Upgrade weiterhin Ed25519 verwenden. Die Quantenresistenz gilt in dieser Phase daher für die Autorisierung auf Vertragsebene und nicht für jede Transaktion im Netzwerk.
Quellen zu Umfang und Zeitplan
Die beiden Berichte stimmen in den Kerndaten überein: die Aktivierung im Testnet, die Mainnet-Abstimmung am 23. November und die drei CAP-Nummern. In der Gewichtung unterscheiden sie sich. Ein Medium stellte das Upgrade vor allem im Hinblick auf Updates für Wallets und Indexer sowie optionale Vertragsverifizierung dar. Das andere legte mehr Gewicht auf die schnellere Ledger-Verarbeitung, die die Änderung der Ledger-Zeitmessung in späteren Upgrades ermöglichen könnte. Die Quellen nennen keinen Wert dafür, um wie viel schneller die Verarbeitung werden könnte, weshalb dieser Vorteil als künftig möglich zu betrachten ist. Keiner der Berichte nennt eine Zustimmungsschwelle der Validatoren für die Mainnet-Abstimmung über die Aussage hinaus, dass die Aktivierung von der Zustimmung der Validatoren abhängt.
Der Bericht von Crypto.news weist außerdem darauf hin, dass andere Chains ähnliche Schutzmaßnahmen verfolgen. Im August skizzierte Sui Pläne für quantensichere Kontoauthentifizierung mit von NIST zugelassenen Signaturverfahren.
Warum das wichtig ist
Für Trader
Die Mainnet-Abstimmung am 23. November ist das Ereignis, auf das man achten sollte, da die Aktivierung von der Zustimmung der Validatoren abhängt und in den Quellen keine Schwelle dafür genannt wird.
Für Investoren
Bell markiert Stellars ersten onchain-Schritt hin zu Post-Quantum-Sicherheit und Werkzeugen für die Verwahrung von Smart Accounts. Beides könnte die Positionierung gegenüber institutionellen Verwahrern prägen.
Für Entwickler
Wallets, Indexer und alle Anwendungen, die Stellar-Adressen verarbeiten, müssen vor der Mainnet-Aktivierung Unterstützung für das neue Format der Contract-Adressen mit W-Präfix ergänzen.
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